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Both German and English transcription are embedded in the video itself. Due to copyrights I do not want to write the text down here I hope you understand!

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Der Zauberlehrling The Sorcerer’s Apprentice
Hat der alte Hexenmeister Once the old sorcerer
sich doch einmal wegbegeben! has disappeared
Und nun sollen seine Geister Now his spirits
auch nach meinem Willen leben! shall do as I say
Seine Wort’ und Werke His words and works
merkt’ ich, und den Brauch, I learnt, and the rite,
und mit Geistesstärke and with mental power
tu ich Wunder auch. I shall do magic, too
   
   Walle, walle, flow, flow,
   manche Strecke, go on your way
   dass zum Zwecke with the goal
   Wasser fließe, for water to flow
   und mit reichem, vollem Schwalle and with rich, full flush
   zu dem Bade sich ergieße! for it to gush into the bath
   
Und nun komm, du alter Besen! And now come, you old broom!
Nimm die schlechten Lumpenhüllen Take the bad rag
Bist schon lange Knecht gewesen: You’ve been servant for long:
nun erfülle meinen Willen! now fulfill my will!
Auf zwei Beinen stehe, Stand on two feet,
oben sei der Kopf, on top shall be your head,
eile nun, und gehe hurry now, and go
mit dem Wassertopf! with the bucket full of water
   
   Walle, walle, flow, flow,
   manche Strecke, go on your way
   dass zum Zwecke with the goal
   Wasser fließe, for water to flow
   und mit reichem, vollem Schwalle and with rich, full flush
   zu dem Bade sich ergieße. for it to gush into the bath
   
Seht, er läuft zum Ufer nieder! Look, he runs down to the riverside!
Wahrlich! ist schon an dem Flusse, Truly! is already by the river,
und mit Blitzesschnelle wieder and in a flash already
ist er hier mit raschem Gusse. is he here with a swift flush.
Schon zum zweiten Male! Already for the second time!
Wie das Becken schwillt! How the bathtub fills up!
Wie sich jede Schale How every bowl
voll mit Wasser füllt! fills up with water!
   
   Stehe! Stehe! Stand still! Stand still!
   Denn wir haben Because we have
   deiner Gaben your gifts
   Vollgemessen! seen plenty of!
   Ach, ich merk’ es! Wehe! Wehe! Oh, I notice! Woe! Woe!
   Hab’ ich doch das Wort vergessen! I have forgotten the magic word!
   
Ach, das Wort, worauf am Ende Oh, the word, upon which in the end
er das wird, was er gewesen! the broom becomes what he’s been!
Ach, er läuft und bringt behende! Oh, he runs and brings agilely!
Wärst du doch der alte Besen! If you just were the old broom!
Immer neue Güsse New flushes of water
bringt er schnell herein, he brings quickly inside,
Ach, und hundert Flüsse Oh, and hundreds of rivers
stürzen auf mich ein! collapse onto me!
   
   Nein, nicht länger No, no longer
   kann ich’s lassen, can I withhold,
   will ihn fassen, want to catch it,
   das ist Tücke! this is peril!
   Ach, nun wird mir immer bänger! Oh, now I’m gettting more worried!
   Welche Miene! Welche Blicke! What facial expression! What looks!
   
O, du Ausgeburt der Hölle! Oh, you spawn of hell!
Soll das ganze Haus ersaufen? Do you want the house to drown?
Seh’ ich über jede Schwelle I can see on every threshold
doch schon Wasserströme laufen. currents of water running.
Ein verruchter Besen! What a wicked broom!
der nicht hören will! that doesn’t want to listen!
Stock, der du gewesen, Stick, that you have been,
steh doch wieder still! stand still again!
   
   Willst’s am Ende Do you want in the end
   gar nicht lassen? not stop?
   Will dich fassen, Want to cath you,
   will dich halten, want to hold you,
   und das alte Holz behende and the old wood, lightsomely,
   mit dem scharfen Beile spalten. split with sharp axes
   
Seht, da kommt er schleppend wieder! Look, there he comes dragging more again
Wie ich mich nur auf dich werfe, How I throw myself onto you,
gleich, o Kobold, liegst du nieder! soon, oh goblin, you’ll be lying!
Krachend trifft die glatte Schärfe. Banging the smooth edge hits.
Wahrlich, brav getroffen! Truly, well hit!
Seht, er ist entzwei! Look, it’s split into two!
Und nun kann ich hoffen, And now I can hope,
und ich atme frei! and I’m breathing freely!
   
   Wehe! Wehe! Woe! Woe!
   Beide Teile Both pieces
   steh’n in Eile get up in a hurry
   schon als Knechte like servants
   völlig fertig in die Höhe! fully ready upward
   Helft mir, ach ihr hohen Mächte! Help me, oh you great powers!
   
Und sie laufen! Nass und nässer And they run! Wet and wetter
wird’s im Saal und auf den Stufen, it’s getting in the hall and on the steps,
Welch entsetzliches Gewässer! What a terrible body of water!
Herr und Meister, hör’ mich rufen! Lord and master, hear me crie!
Ach, da kommt der Meister! Oh, there comes the master!
Herr, die Not ist groß! Lord, the need is high!
Die ich rief, die Geister, The ones I called, the spirits,
werd’ ich nun nicht los. I now can’t get rid of again.
   
  „In die Ecke „In the corner
   Besen, Besen! brooms, brooms!
   Seids gewesen, You once were,
   denn als Geister because as spirits
   ruft euch nur zu seinem Zwecke you are called for his purpose
   erst hervor der alte Meister!” only by the old sorcerer!“

 

 

 

 

Ich brauchte lange Zeit, um zu verstehen, woher er kam. Der kleine Prinz, der viele Fragen am mich richtete, schien die meinen nie zu hören. Zufällig aufgefangene Worte haben mir nach und nach sein Geheimnis enthüllt. So fragte er, als er zum ersten Mal mein Flugzeug sah (ich werde mein Flugzeug nicht zeichnen, das ist eine viel zu komplizierte Sache für mich):

»Was ist das für ein Ding da?« »Das ist kein Ding. Das fliegt. Das ist ein Flugzeug.«

Und ich war ganz stolz, ihm sagen zu können, dass ich fliege. Da rief er:

»Wie! Du bist vom Himmel gefallen?«

»Ja«, sagte ich bescheiden.

»Ah! Das ist ja lustig…«

Und der kleine Prinz bekam einen ganz tollen Lachanfall, der mich ordentlich ärgerte. Ich lege Wert darauf, dass meine Unfälle ernst genommen werden. Er aber fuhr fort:

»Also auch du kommst vom Himmel! Von welchem Planeten bist du denn?«

Da ging mir ein Licht auf über das Geheimnis seiner Anwesenheit und ich fragte hastig:

»Du kommst also von einem anderen Planeten?«

Aber er antwortete nicht. Er schüttelte nur sanft den Kopf, indem er mein Flugzeug musterte:

»Freilich, auf dem Ding da kannst nicht allzu weit herkommen…«

Und er versank in eine Träumerei, die lange dauerte. Dann nahm er mein Schaf aus der Tasche und vertiefte sich in den Anblick seines Schatzes.

Ihr könnt euch vorstellen, wie stark diese Andeutung über die »anderen Planeten« mich beunruhigen mußte. Ich bemühte mich also, mehr zu erfahren:

»Woher kommst du, mein kleines Kerlchen? Wo bist du denn zu Hause? Wohin willst du mein Schaf mitnehmen?«

Er antwortete nach einem nachdenklichen Schweigen:

»Die Kiste, die du mir da geschenkt hast, hat das Gute, dass sie ihm nachts als Haus dienen kann.«

»Gewiss. Und wenn du brav bist, gebe ich dir auch einen Strick, um es tagsüber anzubinden. Und einen Pflock dazu.«

Dieser Vorschlag schien den kleinen Prinzen zu kränken:

»Anbinden? Was für eine komische Idee!«

»Aber wenn du es nicht anbindest, wird es doch weglaufen…«

Da brach mein Freund in ein neuerliches Gelächter aus:

»Aber wo soll es denn hinlaufen?«

»Irgendwohin. Geradeaus…«

Da versetzte der kleine Prinz ernsthaft:

»Das macht nichts aus, es ist so klein bei mir zu Hause!«

Und, vielleicht ein bisschen schwermütig, fügte er hinzu:

»Geradeaus kann man nicht sehr weit gehen…«

English:
It took me a long time to learn where he came from. The little prince, who asked me so many questions, never seemed to hear the ones I asked him. It was from words dropped by chance that, little by little, everything was revealed to me.
The first time he saw my airplane, for instance (I shall not draw my airplane; that would be much too complicated for me), he asked me: “What is that object?”
“That is not an object. It flies. It is an airplane. It is my airplane.” And I was proud to have him learn that I could fly. He cried out, then: “What! You dropped down from the sky?”
“Yes,” I answered, modestly.
“Oh! That is funny!” And the little prince broke into a lovely peal of laughter, which irritated me very much. I like my misfortunes to be taken seriously.
Then he added: “So you, too, come from the sky! Which is your planet?” At that moment I caught a gleam of light in the impenetrable mystery of his presence; and I demanded, abruptly: “Do you come from another planet?” But he did not reply. He tossed his head gently, without taking his eyes from my plane: “It is true that on that you can’t have come from very far away…” And he sank into a reverie, which lasted a long time. Then, taking my sheep out of his pocket, he buried himself in the contemplation of his treasure.
You can imagine how my curiosity was aroused by this half-confidence about the “other planets.” I made a great effort, therefore, to find out more on this subject.
“My little man, where do you come from? What is this ‘where I live,’ of which you speak? Where do you want to take your sheep?”
After a reflective silence he answered: “The thing that is so good about the box you have given me is that at night he can use it as his house.”
“That is so. And if you are good I will give you a string, too, so that you can tie him during the day, and a post to tie him to.”
But the little prince seemed shocked by this offer: “Tie him! What a queer idea!”
“But if you don’t tie him,” I said, “he will wander off somewhere, and get lost.”
My friend broke into another peal of laughter: “But where do you think he would go?” “Anywhere. Straight ahead of him.”
Then the little prince said, earnestly: “That doesn’t matter. Where I live, everything is so small!” And, with perhaps a hint of sadness, he added: “Straight ahead of him, nobody can go very far…”

Meine Lieblingsmärchen, Mini-Bilderspaß von Ravensburger. Text nach dem Märchen der Gebrüder Grimm

 

Ein Mann hatte einen Esel, der lange Jahre die Säcke zur Mühle getragen hatte. Als seine Kräfte nachließen und er immer untauglicher zu Arbeit wurde, gönnte ihm sein Herr kein Futter mehr und dachte daran, ihn aus dem Weg zu schaffen.

A man had a donkey, that long years the sacks to-the mill carried had. When his forces faded and he always less-capable to work became, gave him his master no feed anymore and though about, him out-of the way to make.

Da lief der Esel fort und machte sich auf den Weg nach Bremen, wo er Stadtmusikant werden wollte.

Als er ein Weilchen gegangen war, fand er einen Jagdhund auf dem Weg liegen, der furchtbar nach Luft schnappte.

There ran the donkey away and made himself on the way to Bremen, where he city-musician become wanted.

When he a while gone was, found he a hunting-dog on the way lying, that terribly after air snatched.

„Ach“, sagte der Hund, „weil ich jetzt alt bin und auf der Jagd nicht mehr viel nütze, hat mich mein Herr totschlagen wollen. Da habe ich Reißaus genommen. Aber wovon soll ich nun leben?“

„Oh“, said the dog, „because I now old am and on the hunt not anymore much use, has me my master dead-beat wanted. There have I pull-out taken. But of-what shall I now live?”

„Weißt du was“, sagte der Esel, „ich gehe nach Bremen und werde dort Stadtmusikant. Komm doch mit! Ich spiele die Laute und du schlägst die Pauken.“ Der Hund war einverstanden.

„Know you what“, said the donkey, „I go to Bremen and become there city-musician. Come — with! I play the lute and you punch the timpani.” The dog was okay.

Gemeinsam gingen sie weiter. Da sahen sie eine Katze auf dem Weg sitzen, die machte ein Gesicht wie drei Tage Regenwetter.

Together went they on. There saw they a cat on the way sit, that made a face like three days rain-weather.

„Nun, was ist mit dir, alter Bartputzer?“, fragte der Esel.

„Weil ich nicht mehr jung bin, meine Zähne stumpf werden und ich keine Mäuse mehr jage, hat man mich ertränken wollen“, antwortete die Katze.

„So, what is with you, old beard-cleaner?”, asked the donkey.

“Because I not anymore young am, my teeth dull become and I no mice anymore hunt, has one me drown wanted”, answered the cat.

Da ging auch die Katze mit. Und darauf kamen sie an einem Hof vorbei, da saß auf dem Tor der Haushahn und schrie aus Leibeskräften. „Die Hausfrau hat kein Mitleid mit mir und sie wollen mich morgen in der Suppe essen. Heute Abend schon soll mir der Kopf abgeschnitten werden!“, sagte der Hahn.

There went also the cat with. And next came they at a farm along, there sat on the gate the house-rooster and cried of body-forces.  “The housewife has no pity with me and they want me tomorrow in the soup eat. Today evening already shall me the head off-cut become!”, said the rooster.

„Zieh lieber mit uns fort, wir gehen nach Bremen, um dort zu musizieren. Etwas Besseres als den Tod findest du überall“, sagte der Esel.

Da gingen sie zu vieren (old German, now „zu viert“) weiter.

„Pull better with us away, we go to Bremen, in-order there to make-music. Something better than the death find you everywhere”, said the donkey.

There go they to fourth on.

Abends kamen sie in einen Wald, wo sie übernachten wollten. In der Ferne sah der Hahn ein Licht brennen und dort wollten sie nach einer Herberge sehen. Schließlich standen sie vor einem hell erleuchteten Räuberhaus. Der Esel näherte sich dem Fenster und schaute hinein. „Ich sehe einen gedeckten Tisch mit schönem Essen und Räuber, die es sich schmecken lassen.“

In-the-evening came they in a forest, where they sleep-over wanted. In the FARTH saw the rooster a light burning and there wanted they for an inn look. Finally stood they in-front-of a light lit robber-house. The donkey went-closer himself the window and looked into. “I see a set table with nice food and robbers, who it themselves taste let.”

„Das wäre was für uns“, sagte der Hahn. Da ratschlagten die Tiere, wie sie es anfangen müssten, um die Räuber hinauszujagen. Der Esel stellte sich mit den Vorderfüßen auf das Fenster, der Hund sprang auf den Rücken des Esels, die Katze kletterte auf den Hund und der Hahn setzte sich der Katze auf den Kopf.

„That would-be something for us“, said the rooster. There consulted the animals, how they it start had, to the robbers out-to-chase. The donkey stood himself with his front-feet on the window, the dog jumped on the back of-the donkey, the cat climbed on the dog and the rooster sat himself the cat on the head.

Auf ein Zeichen machten sie alle zusammen ihre Musik und stürzten durch das Fenster in das Haus, dass die Scheiben klirrten. Die Räuber fuhren bei dem entsetzlichen Geschrei in die Höhe und flohen in größter Furcht in den Wald hinaus.

On a sign made they all together their music and fell through the window in the house, so-that the pane rattled. The robbers drove at the horrific screaming in the height and fled in biggest fear in the forest out.

Nun setzten sich die vier Musikanten an den Tisch und ließen es sich schmecken! Als sie satt waren, löschten sie das Licht und suchten sich eine Schlafstätte. Als Mitternacht vorbei war und die Räuber von weitem sahen, dass kein Licht mehr im Haus brannte, sagte der Hauptmann:  „Wir hätten uns doch nicht ins Bockshorn jagen lassen sollen.“

Now sat themselves the four musicians at the table and let it themselves taste! When they not-hungry were, extinguished the light and searched themselves a sleep-place. When midnight passed had and the robbers from far saw, that no light anymore in-the house burnt, said the chief-man: „We should-have ourselves yet not in-the fenugreek chase let should (ins Bockshorn jagen = to buffalo someone)…”

Und er schickte einen der Räuber hin, um das Haus zu untersuchen. Der Ankömmling fand alles still und ging in die Küche, um ein Licht anzuzünden. Und weil er die glühenden Augen der Katze für Kohlen ansah, hielt er ein Schwefelhölzchen daran, dass es Feuer fangen sollte. Aber die Katze sprang ihm ins Gesicht, spuckte und kratze.

And he sent one-of the robbers there, to the house to check. The arriver found everything silent and went in the kitchen, to a light lit. And because he the glowing eyes of-the cat for coal saw, held he a sulfuric-wood-little on-it, that it fire catch should. But the cat jumped him into-his face, spat and scratched.

Da erschrak er gewaltig und wollte zur Hintertür hinaus. Doch der Hund biss ihn ins Bein, der Esel gab ihm einen Schlag mit dem Hinterfuß und der Hahn rief dazu: „Kikeriki!“

There got-frightened he extremely and wanted to-the behind-door outside. But the dog bit him into-the leg, the donkey gave him a punch with the behind-leg and the rooster screamed to-that: “Kikeriki!”

Da lief der Räuber zu seinem Hauptmann zurück und sagte: „Ach, in dem Haus sitzt eine gräußliche (old German, now „grässlich(e)“) Hexe, die hat mir das Gesicht zerkratzt. Und vor der Tür steht ein Mann, der hat mich mit einem Messer ins Bein gestochen. Und ein schwarzes Ungetüm hat mit einer Holzkeule auf mich losgeschlagen.“ Von nun an getrauten sich die Räuber nicht mehr in das Haus. Den vier Bremer Stadtmusikanten gefiel‘s aber so gut darin, dass sie es nicht wieder verlassen wollten.

There ran the robber to his chief-man back and said: „Oh, in the house sits a dreadful witch, she has me the face scratched. And in-front-of the door stands a man, he has me with a knife in-the leg stabbed. And a black monster has with a wood-club on me banged.  From now on dared themselves the robbers not anymore in the house. The four Bremer city-musicians pleased-it but so well in-it, that they it not again leave wanted.

Kapitel 2

Ich blieb also allein, ohne jemanden, mit dem ich wirklich hätte sprechen können, bis ich vor sechs Jahren einmal eine Panne in der Wüste Sahara hatte. Etwas an meinem Motor war kaputtgegangen. Und da ich weder einen Mechaniker noch Passagiere bei mir hatte, machte ich mich ganz allein an die schwierige Reparatur. Es war für mich eine Frage auf Leben und Tod. Ich hatte für kaum acht Tage Trinkwasser mit.
Am ersten Abend bin ich also im Sand eingeschlafen, tausend Meilen von jeder bewohnten Gegend entfernt. Ich war viel verlassener als ein Schiffbrüchiger auf einem Floß mitten im Ozean. Ihr könnt euch daher meine Überraschung vorstellen, als bei Tagesanbruch eine seltsame kleine Stimme mich weckte:
„Bitte… zeichne mir ein Schaf!“
„Wie bitte?“
„Zeichne mir ein Schaf…“
Ich bin auf die Füße gesprungen, als wäre der Blitz in mich gefahren. Ich habe mir die Augen gerieben und genau hingeschaut. Da sah ich ein kleines, höchst ungewöhnliches Männchen, das mich ernsthaft betrachtete. Hier das beste Porträt, das ich später von ihm zuwege brachte. Aber das Bild ist bestimmt nicht so bezaubernd wie das Modell. Ich kann nichts dafür. Ich war im Alter von sechs Jahren von den großen Leuten aus meiner Malerlaufbahn geworfen worden und hatte nichts zu zeichnen gelernt als geschlossene und offene Riesenschlangen.
Ich schaute mir die Erscheinung also mit großen, staunenden Augen an. Vergesst nicht, dass ich mich tausend Meilen abseits jeder bewohnten Gegend befand. Auch schien mir mein kleines Männchen nicht verirrt, auch nicht halbtot vor Müdigkeit, Hunger, Durst oder Angst. Es machte durchaus nicht den Eindruck eines mitten in der Wüste verlorenen Kindes, tausend Meilen von jeder bewohnten Gegend. Als ich endlich sprechen konnte, sagte ich zu ihm:
„Aber… was machst denn du da?“
Da wiederholte es ganz sanft, wie eine sehr ernsthafte Sache:
„Bitte… zeichne mir ein Schaf…“
Wenn das Geheimnis zu eindrucksvoll ist, wagt man nicht zu widerstehen. So absurd es mir erschien – tausend Meilen von jeder menschlichen Behausung und in Todesgefahr -, ich zog aus meiner Tasche ein Blatt Papier und eine Füllfeder. Dann aber erinnerte ich mich, dass ich vor allem Geographie, Geschichte, Rechnen und Grammatik studiert hatte, und missmutig sagte ich zu dem Männchen, dass ich nicht zeichnen könne. Es antwortete:
„Das macht nichts. Zeichne mir ein Schaf.“
Da ich nie ein Schaf gezeichnet hatte, machte ich ihm eine von den einzigen zwei Zeichnungen, die ich zuwege brachte.
Die von der geschlossenen Riesenschlange. Und ich war höchst verblüfft, als ich das Männchen sagen hörte:
„Nein, nein! Ich will keinen Elefanten in einer Riesenschlange. Eine Riesenschlange ist sehr gefährlich und ein Elefant braucht viel Platz. Bei mir zu Hause ist wenig Platz. Ich brauche ein Schaf. Zeichne mir ein Schaf.“
Also habe ich gezeichnet.
Das Männchen schaute aufmerksam zu, dann sagte es:
„Nein! Das ist schon sehr krank. Mach ein anderes.“
Ich zeichnete.
Mein Freund lächelte artig und mit Nachsicht:
„Du siehst wohl… das ist kein Schaf, das ist ein Widder. Es hat Hörner…“
Ich machte also meine Zeichnung noch einmal. Aber sie wurde ebenso abgelehnt wie die vorigen:
„Das ist schon zu alt. Ich will ein Schaf, das lange lebt.“
Mir ging die Geduld aus, es war höchste Zeit, meinen Motor auszubauen, so kritzelte ich diese Zeichnung da zusammen und knurrte dazu:
„Das ist die Kiste. Das Schaf, das du willst, steckt da drin.“
Und ich war höchst überrascht, als ich das Gesicht meines jungen Kritikers aufleuchten sah:
„Das ist ganz so, wie ich es mir gewünscht habe. Meinst du, daß dieses Schaf viel Gras braucht?“
„Warum?“
„Weil bei mir zu Hause alles ganz klein ist…“
„Es wird bestimmt ausreichen. Ich habe dir ein ganz kleines Schaf geschenkt.“
Er neigte den Kopf über die Zeichnung:
„Nicht so klein wie… Aber sieh nur! Es ist eingeschlafen…“
So machte ich die Bekanntschaft des kleinen Prinzen.

English:

So I lived my life alone, without anyone that I could really talk to, until I had an accident with my plane in the Desert of Sahara, six years ago. Something was broken in my engine. And as I had with me neither a mechanic nor any passengers, I set myself to attempt the difficult repairs all alone. It was a question of life or death for me: I had scarcely enough drinking water to last a week.
he first night, then, I went to sleep on the sand, a thousand miles from any human habitation. I was more isolated than a shipwrecked sailor on a raft in the middle of the ocean. Thus you can imagine my amazement, at sunrise, when I was awakened by an odd little voice.
It said: “If you please, draw me a sheep!”
“What!”
“Draw me a sheep!”
I jumped to my feet, completely thunderstruck. I blinked my eyes hard. I looked carefully all around me. And I saw a most extraordinary small person, who stood there examining me with great seriousness. Here you may see the best potrait that, later, I was able to make of him. But my drawing is certainly very much less charming than its model.
That, however, is not my fault. The grown-ups discouraged me in my painter’s career when I was six years old, and I never learned to draw anything, except boas from the outside and boas from the inside.
Now I stared at this sudden apparition with my eyes fairly starting out of my head in astonishment. Remember, I had crashed in the desert a thousand miles from any inhabited region. And yet my little man seemed neither to be straying uncertainly among the sands, nor to be fainting from fatigue or hunger or thirst or fear. Nothing about him gave any suggestion of a child lost in the middle of the desert, a thousand miles from any human habitation.
When at last I was able to speak, I said to him: “But, what are you doing here?” And in answer he repeated, very slowly, as if he were speaking of a matter of great consequence:
“If you please, draw me a sheep…”
When a mystery is too overpowering, one dare not disobey. Absurd as it might seem to me, a thousand miles from any human habitation and in danger of death, I took out of my pocket a sheet of paper and my fountain-pen. But then I remembered how my studies had been concentrated on geography, history, arithmetic, and grammar, and I told the little chap (a little crossly, too) that I did not know how to draw. He answered me: “That doesn’t matter. Draw me a sheep…” But I had never drawn a sheep. So I drew for him one of the two pictures I had drawn so often. It was that of the boa constrictor from the outside. And I was astounded to hear the little fellow greet it with, “No, no, no! I do not want an elephant inside a boa constrictor. A boa constrictor is a very dangerous creature, and an elephant is very cumbersome. Where I live, everything is very small. What I need is a sheep. Draw me a sheep.
So then I made a drawing. He looked at it carefully, then he said: “No. This sheep is already very sickly. Make me another.” So I made another drawing. My friend smiled gently and indulgenty. “You see yourself,” he said, “that this is not a sheep. This is a ram. It has horns.
So then I did my drawing over once more. But it was rejected too, just like the others. “This one is too old. I want a sheep that will live a long time.
By this time my patience was exhausted, because I was in a hurry to start taking my engine apart. So I tossed off this drawing. And I threw out an explanation with it.
“This is only his box. The sheep you asked for is inside.”
I was very surprised to see a light break over the face of my young judge:
“That is exactly the way I wanted it! Do you think that this sheep will have to have a great deal of grass?”
“Why?”
“Because where I live everything is very small…”
“There will surely be enough grass for him,” I said.
“It is a very small sheep that I have given you.”
He bent his head over the drawing: “Not so small that, Look! He has gone to sleep…”
And that is how I made the acquaintance of the little prince.

Vorwort

Für Léon Werth

Ich bitte die Kinder um Verzeihung, dass ich dieses Buch einem Erwachsenen widme. Ich habe aber eine gute Entschuldigung dafür: Dieser Erwachsene ist der beste Freund, den ich in der Welt habe. Ich habe noch eine Entschuldigung: Dieser Erwachsene kann alles verstehen, sogar die Bücher für Kinder. Ich habe eine dritte Entschuldigung: Dieser Erwachsene wohnt in Frankreich, wo er hungert und friert. Er braucht sehr notwendig einen Trost. Wenn alle diese Entschuldigungen nicht ausreichen, so will ich dieses Buch dem Kind widmen, das dieser Erwachsene einst war. Alle großen Leute sind einmal Kinder gewesen (aber wenige erinnern sich daran). Ich verbessere also meine Widmung: Für Léon Werth als er noch ein Junge war

Kapitel 1

Als ich sechs Jahre alt war, sah ich einmal in einem Buch über den Urwald, das „Erlebte Geschichten“ hieß, ein prächtiges Bild. Es stellte eine Riesenschlange dar, wie sie ein Wildtier verschlang. Hier ist eine Kopie der Zeichnung.

In dem Buch hieß es: „Die Boas verschlingen ihre Beute als Ganzes, ohne sie zu zerbeißen. Daraufhin können sie sich nicht mehr rühren und schlafen sechs Monate, um zu verdauen.“

Ich habe damals viel über die Abenteuer des Dschungels nachgedacht und ich vollendete mit einem Farbstift meine erste Zeichnung. Meine Zeichnung Nr. 1.  So sah sie aus:

Ich habe den großen Leuten mein Meisterwerk gezeigt und sie gefragt, ob ihnen meine Zeichnung nicht Angst mache.

Sie haben mir geantwortet: „Warum sollen wir vor einem Hut Angst haben?“

Meine Zeichnung stellte aber keinen Hut dar. Sie stellte eine Riesenschlage dar, die einen Elefanten verdaut. Ich habe dann das Innere der Boa gezeichnet, um es den großen Leuten deutlich zu machen. Sie brauchen ja immer Erklärungen. Hier meine Zeichnung Nr. 2:

Die großen Leute haben mir geraten, mit den Zeichnungen von offenen oder geschlossenen Riesenschlagen aufzuhören und mich mehr für Geografie, Geschichte, Rechnen und Grammatik zu interessieren. So kam es, dass ich eine großartige Laufbahn, die eines Malers nämlich, bereits im Alter von sechs Jahren aufgab. Der Misserfolg meiner Zeichnungen Nr. 1 und Nr. 2 hatte mir den Mut genommen. Die großen Leute verstehen nie etwas von selbst, und für die Kinder ist es zu anstrengend, ihnen immer und immer wieder erklären zu müssen.

Ich war also gezwungen, einen anderen Beruf zu wählen, und lernte fliegen. Ich bin überall in der Welt herumgeflogen und die Geografie hat mir dabei wirklich gute Dienste geleistet. Ich konnte auf den ersten Blick China von Arizona unterscheiden. Das ist sehr praktisch, wenn man sich in der Nacht verirrt hat.

So habe ich im Laufe meines Lebens mit einer Menge ernsthafter Leute zu tun gehabt. #Ich bin viel mit Erwachsenen umgegangen und habe Gelegenheit gehabt, sie ganz aus der Nähe zu betrachten. Das hat meiner Meinung über sie nicht besonders gut getan.

Wenn ich jemanden traf, der mir ein bisschen heller vorkam, versuchte ich es mit meiner Zeichnung Nr. 1, die ich gut aufbewahrt habe. Ich wollte sehen, ob er wirklich klug war. Aber jedes Mal bekam ich zu Antwort: „Das ist ein Hut.“ Dann redete ich mit ihm weder über Boas noch über Urwälder, noch über die Sterne. Ich stellte mich auf seinen Standpunkt. Ich sprach mit ihm über Bridge, Golf, Politik und Krawatten. Und der große Mensch war äußerst befriedigt, einen so vernünftigen Mann getroffen zu haben.

English:

Once when I was six years old I saw a magnificent picture in a book, called True Stories from Nature, about the primeval forest. It was a picture of a boa constrictor in the act of swallowing an animal. Here is a copy of the drawing.
In the book it said: “Boa constrictors swallow their prey whole, without chewing it. After that they are not able to move, and they sleep through the six months that they need for digestion.” I pondered deeply, then, over the adventures of the jungle. And after some work with a colored pencil I succeeded in making my first drawing. My Drawing Number One. It looked like this:

I showed my masterpiece to the grown-ups, and asked them whether the drawing frightened them. But they answered: “Frighten? Why should any one be frightened by a hat?” My drawing was not a picture of a hat. It was a picture of a boa constrictor digesting an elephant. But since the grown-ups were not able to understand it, I made another drawing: I drew the inside of the boa constrictor, so that the grown-ups could see it clearly. They always need to have things explained. My Drawing Number Two looked like this:

The grown-ups’ response, this time, was to advise me to lay aside my drawings of boa constrictors, whether from the inside or the outside, and devote myself instead to geography, history, arithmetic and grammar. That is why, at the age of six, I gave up what might have been a magnificent career as a painter. I had been disheartened by the failure of my Drawing Number One and my Drawing Number Two. Grown-ups never understand anything by themselves, and it is tiresome for children to be always and forever explaining things to them.

So then I chose another profession, and learned to pilot airplanes. I have flown a little over all parts of the world; and it is true that geography has been very useful to me. At a glance I can distinguish China from Arizona. If one gets lost in the night, such knowledge is valuable. In the course of this life I have had a great many encounters with a great many people who have been concerned with matters of consequence. I have lived a great deal among grown-ups. I have seen them intimately, close at hand. And that hasn’t much improved my opinion of them.

Whenever I met one of them who seemed to me at all clear-sighted, I tried the experiment of showing him my Drawing Number One, which I have always kept. I would try to find out, so, if this was a person of true understanding. But, whoever it was, he, or she, would always say: “That is a hat.” Then I would never talk to that person about boa constrictors, or primeval forests, or stars. I would bring myself down to his level. I would talk to him about bridge, and golf, and politics, and neckties. And the grown-up would be greatly pleased to have met such a sensible man.